Amorphophallus konjak – Teufelszunge/Tränenbaum

Deutscher Name: Teufelszunge/Tränenbaum

Die kleine Schwester des Titanwurz (Amorphophallus titanum) trägt ihren Namen Teufelszunge aufgrund – Quelle: Internet, also ohne Gewähr- der dunkelroten Blüte aus der eine „lange“ rote „Zunge“ herausragt. Man muss eben Phantasie haben…..

Neuerdings werden die Knollen und Pflanzen auch als Tränenbäume verkauft.

Das ist eigentlich komplett falsch, da es

A: keine Bäume sondern Knollen sind

und B: Die “ Tränen“ durch Guttation entstehen.

Einer typisch pflanzlichen Angewohnheit, bei der überschüssiges Wasser durch die Spaltöffnungen am Blatt gedrückt wird.

Der Name ist also mal wieder: Absoluter Schwachsinn 😉

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Viele Pflanzen guttieren!

 

Botanischer Name: Amorphophallus konjak

Familie: Aronstabgewächse/ Araceae

Wissenswertes:

 

Die Knollen beginnen im Frühjahr wurzellos auszutreiben und benötigen zu diesem Zeitpunkt noch keine Erde. Je nach Knollengröße ( ab ca. 12 cm oder 500 g) erscheint erst eine Blüte an der noch wurzellosen Knolle oder es bildet sich ein Blatt.

In dem Stadium sieht die Pflanze aus wie ein Phallus und ich vermute, dass so auch der Name entstanden ist!

Standort: Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist optimal. Bei Zimmerhaltung neigen sich die Pflanzen zum Licht und sollten regelmäßig gedreht werden.

Substrat: Lockere,nährstoffreiche Blumen-/und Kübelpflanzenerde

Gießen: Wie andere Kübelpflanzen auch! Je größer desto mehr gießen, Staunässe vermeiden und nicht ausstrocknen lassen.

Düngen: Spätestens wenn die Knollen Wurzeln bilden, werden sie eingetopft und es kann schwach mit einem Grünpflanzendünger gedüngt werden. Dosierung nach Packungsbeilage.

Umtopfen: Erfahrungsgemäß wachsen die Amorphos ziemlich rasch und durchwurzeln sehr schnell ihre Töpfe. Ich topfe meine mindestens einmal pro Wuchsphase um, damit die Pflanzen entwickeln und im Herbst mehr Stärke in der Knolle einlagern können.

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Mama Amorphophallus konjak 2014 mit erstem Nachwuchs

 

Mama Amorpho wird so breit wie sie hoch wird und benötigt viel Platz. 2017 ging sie mir bis zur Schulter (ich bin 1,63m)

 

1 Kilo Knolle, links sieht man wie die Tochterknollen gebildet werden. Die Verbindung trocknet im Winter ein und man kann im Frühjahr „absammeln“

Blüte: Die Blüte ab einer Knollengröße von ca. 12 cm Durchmesser und/oder 500 g Gewicht. 2015 war es bei uns so weit!

Aber Achtung: Die Blüte verströmt einen „umwerfenden“ Aasgeruch mit einem Hauch von vollem Katzenklo. Diese Pflanzen werden nicht von Bienen sondern von Aasfliegen bestäubt. Sollte der in der Wohnung anfangen zu blühen, hält man entweder die Nase zu, empfängt keine Besucher oder gießt einfach etwas Wasser in die Blüte. Nach 2-3 Tagen ist das Müffeln meistens vorbei und die Blüte beginnt langsam zu verschrumpeln.

Sieht komisch aus, wird aber eine Blüte

Überwinterung: Im Herbst verwelkt der „Stamm“ und sollte nicht abgeschnitten werden! Gilt übrigens auch für die Blüte: Wichtig!

Die Nährstoffe benötigt die Knolle zum Speichern und um nächstes Jahr wieder austreiben zu können. Die Knolle kann ohne Erde kühl, trocken und dunkel überwintert werden. Falls Ihr sie im Topf überwintern möchtet, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Erde trocken bleibt.

Vermehrung: Die Pflanzen bilden nur Samen, wenn 2 verschiedene Pflanzen vorhanden sind. Sie sind einhäusig getrenntgeschlechtig. Amorphos bilden während der Wachstumsphase ausreichend Tochterknollen, die im Herbst im Topf an der Mutterknolle verbleiben. Die Verbindung zwischen Mutter und Tochter vertrocknet im Winter und die Knollen können dann einfach eingesammelt werden.

Nutzung: Das Mehl, dass aus den Knollen gewonnen wird, ist vielseitig einsetzbar:

Lust auf mehr Informationen und Rezepte?

Nachtrag: Ich hatte jetzt zum 4. Mal meine Pflänzchen auf einem Herbstfest mit dabei. Es war das erste Mal, dass sie sogar „grün“ und nicht eingezogen waren! Scheinbar sind meine Verkaufskünste nicht gut genug oder die Leute kapieren nicht, was das für wunderschöne Pflanzen sind. Auf alle Fälle werden wir nächstes Jahr mit der Produktion von Konjakmehl beginnen und die Pflanzen zur Produktion ins Beet setzen. Das sieht bestimmt interessant aus 😉


Neugierig geworden?

Bisher werden Knollen vom Amorphophallus konjak fast nur von Sammlern und Privatleuten angeboten. Eigentlich schade, dass der Handel diese tolle Pflanzen noch nicht für seine Kunden entdeckt hat, aber wer weiß: Vielleicht kommt das noch und damit ihr noch mehr Lust auf „Stinkerchen“ bekommt, habe ich mal das Wachstum von meinem bildlich festgehalten.