Pflanzenbestimmung leicht gemacht!

Ihr sucht Pflanzen für einen bestimmten Standort und/oder habt Samen gefunden und möchtet gerne wissen, wie man die aussät und/oder was für Samen das sind? Damit die Bestimmung einfacher wird, habe ich mal einige Tipps zusammengefasst:

Punkt 1

Wo gefunden!

Ist die „Pflanze“:

– heimisch oder nicht heimisch
– stand sie am oder im Wasser
– in der Nähe des Waldes oder sogar mittig im Wald
– auf einer Wiese
usw.

 

Punkt 2

Augen auf! Was für Pflanzen standen in der Nähe des Fundortes und wenn möglich:

Immer Fotos machen!

Wenn Ihr die „Mutter“ gefunden habt, dann hilft eine genauere Beschreibung:

War sie evtl.:

– ein Baum
– ein Busch
– eine Staude
– ein Bodendecker
– eine Rankpflanze

Wie“ finde ich jetzt den Namen heraus?

Nehmen wir mal das Samenfoto s.o. Ich weiß, dass es ein großer Baum mit blauen Blüten und haarigen Blättern ist, also füttert man die Suchmaschine mit den wichtigsten Stichworten z.B. Baum, blaue Blüten. Bei mir öffnet sich dann sofort: Baumkunde.de . Eine absolut hilfreiche Seite und Treffer Nr. 1 ist schon gleich der richtige Baum.

Die Pflanze weiter oben finde ich durch Eingabe des Schlüsselwortes: Waldpflanze! Bei: Gartenbank.de werde ich fündig. Ich muss zwar etwas länger suchen, aber Nr. 8 ist ein Volltreffer.

Blatt- und Blütenfotos helfen auch bei der Bestimmung, also holt die Knipse raus bevor Ihr einsammelt!

Ich habe diesen Baum in der Ecke einer Gärtnerei gefunden. Damals gabs den im Netz noch nicht so häufig und auf dem Schild stand nur: Schmalblättriger Trompetenbaum. Erst als er nach 3 Jahren geblüht hat, konnte ich ihn bennen: Es ist ein Chitalpa taskentensis/Baumoleander.

 

Urlaubserinnerungssamen, -pflanzen und früchte!

 

Als erstes muss ich dringend darauf hinweisen, dass es keine gute Idee ist exotische Pflanzen aus der natürlichen Umgebung zu entfernen:

Bis zu 5 Jahre Gefängnis fürs Pflanzenschmuggel

Jetzt könnte man sagen: Ach wenn ich nur mal einen kleinen Ableger mitnehme, dann schade ich der Pflanze doch gar nicht. Diese Einstellung kennen inzwischen auch viele Botanische Gärten. Einige – schwachköpfige und ignorante- Besucher mit dieser Einstellung rupfen, zupfen und buddeln sogar Pflanzen aus (habe ich selbst schon erlebt, man hatte einen Klappspaten dabei). Kostet ja nichts, könnte man meinen. Ist aber nicht so!

1. ist das Diebstahl und ich finde es richtig, wenn das angezeigt wird und

2. sollen die Pflanzen die Besucher erfreuen und wenn alle daran rumschnippeln, dann hat keiner mehr Spaß daran. Am Naturstandort kann das sogar dramatische Auswirkungen, bis hin zum Aussterben einiger Arten führen.

Ist das die Sache wert?

Man kann inzwischen fast alle Pflanzen auf legalem Weg ertauschen oder kaufen, man muss nur wissen wo 😉

Meine Pavonia multiflora ist eine wunderschöne Pflanze, die sich leider schwer bewurzeln lässt (klappt nur im Sommer). Stecklinge schneiden und mit nach Hause nehmen ist also eine echt unsichere Sache. Dann doch lieber kaufen, oder?

Fotos, Fotos, Fotos sind ganz wichtig. Je besser man die Pflanze, die Blätter, den Stamm, die Blüten, die Samen erkennt umso einfacher wird die Bestimmung. Wenn Ihr nur Samen fotografiert, dann unbedingt mit einem Größenvergleich. Falls Ihr im Aussähwahn keine Zeit hattet die Samen zu fotografieren (kenne ich auch nur zu gut), dann unbedingt den Sämling fotografieren. Manche haben so markante Keimblätter, dass Profis sie schon daran erkennen können.

 

Ich kenne die verzweifelte Samensuche im Netz und habe mir fest vorgenommen meine ganzen Samen und Sämlingsfotos endlich mal Hochzuladen. Nr. 1 ist schon im „Kasten“!

Denken wir mal andersherum!

Ihr sucht die passende Pflanze für Euren Standort.Dann gebt den doch einfach in der Suchmaschine ein und guckt welche Pflanze Euch gefällt und sich dort gut machen würde. Es gibt so viele tolle Pflanzen und Bücher (stöbert mal durch meine Lesetipps).

 

Es gibt nämlich für jeden (Standort und Menschen) die richtige Pflanze, Wetten?

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