Do-it-Yourself: Locheimer

Ich weiß nicht wie es Euch so geht, aber der grüne Daumen juckt und juckt. Und da man traditionell im Frühling umtopft und der Balkon oder die Terasse einfach nicht so mitwachsen wie manche Pflanzen, habe ich einen heißen Tipp für Euch, wie man das Problem lösen kann.

 

Muss es wirklich immer eine Topfgröße mehr sein? Die Antwort lautet ganz einfach: Nein!

 

1. Kann man fast jede Pflanzen mit Wurzelschnitte verjüngen. Funktioniert bei Bonsais, also auch bei Kübelpflanzen!

und

2. Sollte man sich mal mit Locheimern beschäftigen!

 

Locheimer sind genial!

Wir bauen uns einen Locheimer und versenken ihn im Boden (oder für alle Balkon-/Terrassenbesitzer: stellen ihn einfach auf einen anderen Topf)!

Vorteile:

– die Pflanzen holen sich die Nährstoffe direkt aus dem Boden und können punktgenau gegossen werden.

– müssen weniger gegossen werden, weil die Erde nicht so schnell austrocknet.

– können im Herbst mit (fast) nur einem Spatenstich aus dem Boden gehievt und  im Kübel überwintert werden

– brauchen so gut wie nie wieder umgetopft werden! Das kommt allerdings etwas auf die Pflanze und das Wachstum an.

– spart Platz (Stichwort: Winterquartier) und Geld (große Töpfe sind echt teuer). Die Töpfe können somit länger genutzt werden: Gut für die Umwelt!

Herstellung

Man nehme einen Mörtelkübel-  den es günstig im Baumarkt gibt – und besorge sich ein Lochbohrer-Set, das auf die Bohrmaschine aufgesteckt werden kann. Dann wähle man eine Größe und durchlöchere den Kübel mehr oder weniger stark. Fertig!

Die Anzahl der Löcher hängt etwas von der Pflanze ab. Je mehr Blattmasse und Durst die Pflanze hat, desto mehr Löcher sollte man bohren. Minimum sind mehrere Löcher am Boden und eine Reihe seitlich. Die Engelstrompete (s.o) stand vorher in einem kleineren Topf und da sie den neuen sowieso erst noch durchwurzeln muss, haben wir nicht so viele Löcher in den neuen Topf gebohrt. Wenn sie den Topf im Herbst gut durchwurzelt hat, kommt sie erst so ins Winterquartier und wir bohren nächstes Jahr noch eine Reihe Löcher seitlich dazu. Danach das Jahr nochmal eine und dann ist Schluß mit Bohren. Je nach Wachstum müssen wir sie frühstens in 3 Jahren in einen anderen größeren Locheimer setzen.

 

Auch für Balkone gibt es einen Tipp

Auf dem Balkon gibt es erfahrungsgemäß immer Platzprobleme, aber mal ehrlich: muss man deshalb auf größere Kübelpflanzen verzichten? Nein!

Löcher in den Boden der Töpfe machen und einfach auf einen in einen Größeren stellen. Damit es optisch ansprechender aussieht, sollte man einmal etwas Geld in größere und schöne „Unter- und Übertöpfe“ investieren. Dann hat man eine dauerhafte Topfpartnerschaft. Besonders praktisch: Wenn die oberen Pflanztöpfe unten etwas schmaler werden, bleibt meistens unten noch etwas Platz für Kräuter oder Sommerblumen.

Nicht in der Erde sondern auf der Erde. Kübel einer Bougainville, die im Sommer einfach im Beet steht.

Locheimer für alle Pflanzen?

Eigentlich funktioniert diese Methode bei so gut wie allen Pflanzen die gut Wurzeln bilden. Problemfälle sind: Palmen und Strelitzien, da sie Störungen und Verletzungen an den Wurzeln nicht gut verkraften. Versuchen kann man es aber ruhig mal. Dann sollte der Topf aber schon ziemlich groß sein, so dass immer eine „gesunde“ Menge an Hauptwurzeln im Herbst im Topf verbleibt und die Pflanzen sich regenerieren können.

Ansonsten gibts eigentlich kaum Einschränkungen und wer im Gemüsegarten nicht auf „Hochbeete“ verzichten möchte: Die Mörtelkübel gibt es auch in eckig und dadurch, dass sie sich in der Sonne sehr gut erwärmen, fühlen sich Kartoffeln, Tomaten und Co da drin auch sprichwörtlich: pudelwohl.

Also worauf wartet ihr noch?

LG Eure Melanie