Ich glaube, dass wir das dringend genauer definieren müssen!
Ein Naturgarten ist ähnlich wie ein Naturschutzgebiet.
Es gibt Renaturierungen, aber ansonsten nur wenig Eingriffe und Veränderungen. Die Natur darf sich fast ungestört ausbreiten. Das ist ein von Mutter Natur gestalteter Lebensraum, der erhalten wird!
Da viele Gärten aber umgestaltet und gehegt werden, ist das „nur“: Naturnahes Gärtnern!
Oft werden die Böden verändert, abgemagert und neu bepflanzt, es werden zusätzliche, künstliche Pufferzonen geschaffen sowie Feuchtbereiche, Sandarium, Wildblumenwiese u.a. so wie es Mutter Natur nie machen/schaffen würde.
Ein Biotop im Kleinen in dem es auch das Ziel sein sollte, möglichst vielen Mitbewohnern einen Lebensraum anzubieten.
Und auch das ist wichtig:
Wir haben ein massives Insektensterben und wir brauchen jedes einzelne Insekt um die Nahrungskette für unsere Mitbewohner aufrecht zu erhalten.
Meine persönliche Meinung:
Deshalb sollte unser Fokus nicht nur darauf liegen, dass wir viele Menschen davon überzeugen, wie wichtig die Insekten für uns alle sind, wir sollten auch endlich aufhören nur noch spezialisierte Wildbienen retten zu wollen!
Es gibt so viele wichtige Bestäuber, die unsere Nahrung sichern. Deshalb zählt: Je mehr Generalisten umso besser.
Dass wir damit auch automatisch die Nahrungskette stabilisieren und Wildbienen in ihrer geringen Zahl schützen, ist ein positiver Nebeneffekt.
Es ist übrigens auch egal, welche Pflanze von den Insekten genutzt wird, wichtig sind neben Nahrung auch Platz für Kinderstuben und Überwinterungsmöglichkeiten.
Nicht nur für Insekten!
Selbst die vermeintlich unnützen Neophyten schließen oft Blühlücken und sind schon lange eingebürgert!
Wollen wir wirklich die Zeit auf 1492 zurückdrehen und in Zeiten des Klimawandels so tun, als könnten wir die Flora und Fauna von damals nachbilden?
Dürfen dann Wespenspinne, Taubenschwänzchen und Co bleiben obwohl sie hier eigentlich nicht heimisch waren?
Ich hoffe, dass ich es mit diesem Beitrag schaffe, dass einige einen Blick über den Tellerrand wagen und aufhören anderen auf den Keks zu gehen!
Wir schaffen das nur zusammen! Wir haben alle das gleiche Ziel, nur unterschiedliche Wege.
Wenn wir alle den gleichen gehen würden, wäre es ziemlich langweilig! 😉
In diesem Sinne
LG aus einem naturnahen Kleingarten

