Lust auf Laube, Die neue Schrebergarten-Kultur

Produktinformationen:

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (6. März 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421040575
  • ISBN-13: 978-3421040572

Eine Leseprobe findet Ihr hier:

Inhalt:

Beschreibung:

„Hereinspaziert“, könnte das Motto dieses Buches auch heißen. Es zeigt wie vielfältig heutzutage Schrebergärten sein können. Von Rosen- und Steinesammlern bis hin zu „Kindergärten“ ist in Schrebergärten vieles möglich.  Ich habe Euch oben eine Leseprobe verlinkt und möchte Euch einladen mal Reinzulesen. Das Buch ist der perfekte Lesestoff für einen Nachmittag auf der Sonnenliege im Garten. Stöbern, Träumen und Ideensammeln in einem.


Lust auf Laube: Ja, aber es gibt Regeln

Als angehende Fachberaterin für Kleingärten muss ich leider etwas zu dem Thema: „Moderne Schrebergärten“ schreiben.
Viele der Gärten im Buch sind mit unserem Bundeskleingartengesetz überhaupt nicht realisierbar und bevor sich jemand aufgrund dieses Buches überlegt Schrebergärtner zu werden, gibt es doch noch etwas, was in dem Buch absolut nicht erwähnt wird, Ihr aber wissen solltet:

Punkt 1

Zitat Bundeskleingartengesetz:

Begriffsbestimmungen

(1) Ein Kleingarten ist ein Garten, der
1. dem Nutzer (Kleingärtner) zur nichterwerbsmäßigen gärtnerischen Nutzung, insbesondere zur Gewinnung
von Gartenbauerzeugnissen für den Eigenbedarf, und zur Erholung dient (kleingärtnerische Nutzung) und
2. in einer Anlage liegt, in der mehrere Einzelgärten mit gemeinschaftlichen Einrichtungen, zum Beispiel

Wegen, Spielflächen und Vereinshäusern, zusammengefaßt sind (Kleingartenanlage).

Aufgrund dieser Bestimmung dürfen wir unsere Gärten zu einem sehr günstigen Preis pachten und bewirtschaften. Die Vorstände müssen sich immer wieder mit Leuten herumschlagen, die die Pachtverträge zwar unterschreiben, dann aber einen Freizeitgärten daraus machen oder sich vor den Pflichtstunden im Verein drücken. Im Schrebergarten gibt es eine 2/3 Regelung für Obst und Gemüse, die eingehalten werden muss (das ist aber gar nicht so schwierig wie es klingt) damit der Verein weiterhin die Gemeinnützigkeit behält und die Gärten weiter so günstig gepachtet werden können.

Unsere Schrebergärten sind wichtig und wenn wir uns nicht an die Regeln halten, dann kann es uns auch so ergehen:

Tausenden Schrebergärten droht das Aus

 

Punkt 2

Auch wenn etliche Vorstände ein Auge zudrücken und es in einem Verein üblich ist, die Lauben als Sommerresidenz zu Nutzen, ist der dauerhafte Aufenthalt eigentlich nicht erlaubt. Nachzulesen im Bundeskleingartengesetz s.o.

Ich vermute mal, dass das auch etwas mit dem Grundwasserschutz zu tun hat. Wo sich jemand dauerhaft aufhält, entsteht Schmutzwasser und einige ganz pfiffige Laubengärtner meinen immer noch einfach ihre Toilette weiter nutzen zu können ohne jedoch an das Kanalsystem angeschlossen zu sein. So viel zu dem Thema: Toilette! Es sind Chemie- oder Komposttoiletten erlaubt, aber dann hört es schon auf.

Urin könnte man auch so Entsorgen:

Große Bäume, Nadelgehölze und Süßkirschen

Einige der Gärten scheinen schon jahrelang gepflegt zu werden. Für diese Gärten besteht teilweise Bestandsschutz d.h. die Bäume dürfen bleiben obwohl sie eigentlich im Garten verboten sind. Das gilt übrigens auch für Süßkirschen und alle Nadelgehölze, die in Schrebergärten prinzipiell verboten sind. Nadelgehölze versäuern den Boden und sind für die ökologische Vielfalt nicht sehr sinnvoll und Süßkirschen werden einfach zu groß. Wer möchte schon einen Schattengarten, nur weil der Nachbar einen Monsterbaum bei sich stehen hat?!

Apropos Ökologisch: Artenvielfalt in Kleingärten

Mein Tipp:

Lasst Euch von meinem Rumgemoser und den ganzen Regeln nicht Verschrecken! Schrebergärtnern macht Spaß und es lohnt sich immer. Natürlich macht das Arbeit und wer meint nur den Liegestuhl oder den Grill auspacken zu können, hat das Prinzip nicht ganz verstanden. Es ist aber gar nicht so schwer so zu Gärtnern, dass man neben der Arbeit auch noch Zeit fürs Vergnügen hat.

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragt einfach den Vorstand oder den Fachberater vor Ort! 😉

LG Melanie