Gartentrend 2021: Perfektes #naturgartenchaos

Mitmacher und Vormacher gesucht!

Immer mehr Städte und Gemeinden sagen den Schottergärten den Kampf an und verbieten sie neuerdings (und endlich). Ich bin zwar der Meinung, dass man Menschen auf Ihrem Grund und Boden nicht grundsätzlich vorschreiben sollte, was dort errichtet oder verschottert wird, manchmal geht es nicht anders.

Mir ist es unglaublich wichtig diese Menschen nicht einfach mit dem Verbot stehen zu lassen, sondern Alternativen zu zeigen. Selbst wenn ein Naturgarten im ersten Moment chaotisch aussieht: Er spart Zeit, ist gut für die Umwelt und somit auch perfekt für seine Besitzer.


Was ist Perfektes Naturgartenchaos?

Mir ist der Begriff eingefallen weil Natur immer Gründe hat etwas chaotisch aussehen zu lassen. Sie ist aber meistens – solange der Mensch das Gleichgewicht nicht stört- perfekt und regelt vieles selber.

Vielen Mitbürgern fehlt einfach nur das Vertrauen und die Geduld dafür!


Was sollen die Nachbarn sagen?

Das Foto (s. oben) ist aus unserem ehemaligen Schrebergarten. Als wir nach 5 Jahren von einem „Mangelhaft“ zu einem „Sehr gut“ hochbewertet wurden, kam der Nachbar von nebenan mit seinem Rollator in den Garten (die Ehre hatten wir vorher noch nicht) und fragte wutentbrannt:

Wieso habt Ihr ein: „Sehr gut“ bekommen und ich nur ein: „Befriedigend“?

„Wenn alle Gärten so aussehen würden wie Eurer, dann müssten wir die Anlage schließen und ihr macht ja noch nichtmal das Unkraut im Weg weg!“

Ich habe dann zwar versucht ihm zu erklären, dass das alles Steingartenstauden sind und der Weg zuwachsen soll, aber er war in Fahrt!

„Und da das blaue Zeug, das ist doch alles Unkraut!“

P.S: Das war unser Kräutergarten und zugegeben, man muss wissen wer da wächst, aber wenn man das weiß, ist es echt lecker!

Das hohe, blaue „Unkraut“ ist übrigens Borretsch. Er ist nicht nur eine #insektenpartypflanze er schmeckt auch lecker und die blauen Blüten sind im Salat der absolute Hingucker.

Übrigens: Es gibt gar kein Unkraut! Es gibt nur #kulturbegleitkräuter!

Er ist eine selbständige Pflanze, die sich gerne und zuverlässig im ganzen Garten ausbreiten würde, wenn man sie lässt. Ich lasse sie nur an den Stellen stehen, wo sie nicht stört und wo sie sich gerne weiter versamen kann. Wenn ich solche Pflanzen entferne, lege ich sie meistens aufs Beet. Dort ist sie Mulch und Dünger in einem und manche Pflanzen werden dann auch gerne von unseren Schnecken gefressen.

Noch ein Anekdötchen am Rande: Der Nachbar ist in dem Jahr verstorben indem wir auch unseren Garten abgegeben haben (wegen Umzug). Während unserer ohne Mängel und Auflagen übergeben wurde, hatte der Garten vom Nachbarn einen Wert von: Minus 1700 Euro. Die Rasenfläche war zu groß, die Koniferen mussten entfernt und der komplette Weg und die Terasse entsiegelt werden. Wer hat denn jetzt die Regeln nicht eingehalten? 😉

Warum gibt es im Garten so viele Schnecken?

Ich habe einmal einen Nachbarn laut aufschreien hören, weil die Schnecken seinen frisch gepflanzten Kohlrabi gefressen haben. Ich habe nur gehört, dass er Schneckenkorn (Infos dazu im nachfolgenden Link) gestreut hat und da ich weiß, dass sich viele nicht die Mühe machen nachzulesen wie ihr Korn wirkt und der Nachbar einen kleinen Hund hatte, bin ich schnell rüber.

Ich habe mich kurz im Garten umgesehen und ihn dann gefragt was er denn fressen würde, wenn er eine Schnecke wäre?


Wissenswertes über: Wie bringe ich eine Schnecke um? Antwort: Gar nicht!

Das Schneckenproblem entsteht oft, weil die armen Tierchen einfach nichts anderes finden und die Gärten viel zu Aufgeräumt sind um natürliche Feinden Verstecke zu bieten. Wir haben jede Menge Tigerschnegel im Garten und meine Zimmer- und Balkonschnegel wohnen schon seit 6 Jahren brav und nett bei mir ohne Schäden an meinen Pflanzen anzurichten. Komisch oder?


Sobald ein Garten im Gleichgewicht ist und die Gartenmitbewohner sich wohl fühlen, kann man sich als Gärtner oder -in sehr entspannt auf die Liege legen. Es sei denn es ist Erntezeit! Unsere Pflanzen sind zu 80% nutz – und/oder essbar und da ich persönlich als Mampfbacke bekannt bin, muss ich doch durchaus öfters aufstehen, damit ich nicht verhungere.

Wenn Ihr auch so gärtnert und Ihr mithelfen möchtet, damit ein Umdenken stattfindet, dann legt los! Ich bin gespannt!

LG Eure Melanie

P.S: Unter dem Reiter: Hortus am Iltispark, findet Ihr alle unsere Nützlingsansiedlungsprojekte. Es ist wirklich so einfach wie es aussieht und so schlecht sieht es gar nicht nicht aus, oder? 😉





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