Gärtnern auf Strohballen: Der Test!

Liebe Leser, aufgrund eines Blogupdates sind leider nicht mehr alle Fotos sichtbar.

 

Ich muss alle neu Hochladen und mache das nach und nach und bitte um Verständnis.

 

Dankeschön!

 

Fürs Protokoll und zur Übersicht:

Tag 1:  (21.04.) Strohballen aufgestellt – Alle Ballen gewässsert mit ca 20 Liter Wasser pro Ballen

Tag 2/3: Ruhen lassen

Tag 4: Gewässert – ca. 10 Liter pro Ballen

Tag 5-7:  (25.-28.04): Temperaturen unter 10 Grad. Da brauchte man weder Gießen noch Düngen

Tag 8: (29.04.) jeden Ballen mit 60 g Guanodünger (Fehler: Siehe unten) präpariert und mit 2 Mal 10 Liter angegossen

Tag 9: Ruhen lassen

Tag 10: (01.05.) Steigende Temperaturen, tagsüber sogar bis zu 16 Grad. Die Ballen fühlen sich innen noch kalt an.
  – jeden Ballen mit 2 Mal 10 Liter angewärmten Wasser gegossen

Tag 12 (03.05.): ca 60 g (pro Ballen) Kuhdungpellets im Wasser aufgelöst (geht nicht gut) und auf den Ballen verteilt. Mit  2 Mal 10 Liter je Ballen angegossen

Tag 13 (04.05.): Gewässert. 2 x 10 Liter pro Ballen

Tag 14 (o5.05.): Wieder 60 g (pro Ballen) Kuhdungpellets im Wasser (1 Tag vorher) aufgelöst und auf den Ballen verteilt mit 2 x 10 Litern angegossen

Tag 15 (06.05.): Jeden Ballen wieder mit 2x 10 Liter Wasser gewässert

Tag 16 (07.05.): Noch eine Ladung a 60 g aufgelöste Kuhpellets pro Ballen mit 2x 20 Liter Wasser angegossen.

Ballen sind vorbereitet. Nächste Woche wird gepflanzt (Pflanzen müssen noch einige Tage abgehärtet werden)

10.05. Bepflanzt (s.u)

Wir haben echt überlegt ob wir die wirklichkomplett  mit Nutzpflanzen bestücken und uns dann dafür entschieden den Test mit Pflanzen zu machen, die in unserem Garten einfach so herumwachsen. Ein Fingerhut, eine Kartoffel etwas Borretsch, Kapuzinerkresse und einige Wicken haben sich als freiwillige Kandidaten angeboten. Ich berichte weiter..

 

Plan laut Buch:

So sieht der Plan aus. Funktioniert aber nur wenn das Wetter mitspielt. Unter 10 Grad funktioniert es nicht!

So sieht der Plan aus. Funktioniert aber nur wenn das Wetter mitspielt. Unter 10 Grad funktioniert es nicht!

 

So, auf gehts! Als ich letztes Jahr das Buch entdeckt habe, fand ich die Idee mit den Strohballen eigentlich sofort sehr ansprechend und wir wollten das einfach mal Ausprobieren. Diesen Blogbeitrag aktualisiere ich von Zeit zu Zeit. Es lohnt sich also auch mal weiter runter zu Scrollen 😉

Vorteile laut Buch:

– Ernten fast wie im Hochbeet
– Unkrautfrei
– Laugt den Boden nicht aus
– super Ernten durch erhöhte Temperatur im Inneren der Ballen u.v.m.
– nach der Ernte wird das Stroh zu „Gold“ für den Garten (Kompost)

Augen auf beim Strohballenkauf

Puh, gar nicht so einfach in der Stadt Strohballen zu bekommen. Wir haben einfach einen Pferdehof angesteuert und wurden dort fündig. Laut Verkäuferin wurde das Stroh kaum gespritzt….was auch immer das heißen mag.
Viele Bauern spritzen ihr Stroh mit Unkrautvernichtungsmitteln  (Glyphosat) und Wachstumshemmern. Das sollte man einfach wissen, wenn man meint einen Bio-Strohballengarten anzulegen. Sollten die Spritzmittel noch im Stroh sein, dann kann es zu vermindertem Wachstum kommen und richtig gesund ist das auch nicht. Wir werden sehen!

Preis pro Stück: 4€

Den Dünger einfach aufzustreuen halte ich irgendwie für keine gute Idee. Doch lieber in Wasser auflösen?

Den Dünger einfach aufzustreuen halte ich irgendwie für keine gute Idee. Doch lieber in Wasser auflösen?

Vorbereitung der Ballen

Die Ballen müssen mit der strohhalmoffenen (man guckt von oben in die einzelnen Halme) Seite nach oben gelegt und so ausgerichtet werden, dass sie später nicht umfallen können. Die Schnüre waren bei unseren nicht sehr fest und wir haben sicherheitshalber noch eine Notschnur gespannt. Je fester sie gepresst sind umso weniger lockern sie sich/schrumpfen zusammen. Man kann sie auch noch mit Stäben im Boden fixieren. Der Standort sollte möglichst vollsonnig sein.

Dünger

Tja, da find der erste Spaß schon an!

Zitat aus dem Buch: “ Für das Präparieren der Strohballen ist ein einfacher, günstiger NPK-Rasendünger …..wunderbar geeignet!

Und auf dem Foto im Buch sieht man eindeutig einen mineralischen Dünger, der aus kleinen Kügelchen besteht. Auf dem nächsten Foto sieht man irgendwelche Säcke mit Bio-Dünger und dem Tipp, dass der Dünger auf alle Fälle viel Stickstoff, Phosphat und Kalium enthalten sollte.  Aha! Dass auf der nächsten Seite empfohle wird Holzasche mit unter den Dünger zu vermischen, erwähne ich jetzt nur kurz.

Hier könnt Ihr nachlesen, warum das auch keine gute Idee ist!

Was ist denn überhaupt mineralischer Dünger und warum ist der eigentlich im Bio-Anbau verboten?

Umschreiben wir es mal kurz (Link zum Nachlesen findet Ihr hier)🙂 Jeder von uns kennt Traubenzucker und die Wirkung auf unseren Körper. Er geht schnell ins Blut, puscht etwas auf und verhilft zu neuer Leistung und danach fällt man wieder in ein Zuckerloch. Ähnlich ist es auch bei den künstlich hergestellten Düngern. Natürlich wachsen und gedeihen die Pflanzen damit prima, aber alles was von den Pflanzen nicht sofort aufgenommen werden kann, versickert ungenutzt im Boden und wird ins Grundwasser gespült (Stichwort: Nitrate). Die Bodenbakterien, die normalerweise den Dünger erst pflanzennutzungsfähig machen, können damit so gut wie gar nichts anfangen und wer schonmal großzügig Blaukorn auf dem Rasen verteilt und die „Verbrennungen“ durch Überdüngung gesehen hat, sollte sich wirklich überlegen ob das wirklich sein muss?

Eigentlich wollten wir das Düngen mit einem Bio-Guano mit den NPK-Werten: 9-7-4 versuchen, aber nachdem ich beim googlen entdeckt, dass dieser Dünger hochgradig belastet ist, haben wir uns entschieden den Reifeprozess der Ballen nur mit aufgelösten Rinderpellets zu starten. Der Stickstoffgehalt ist zwar nicht sooo umwerfend, aber Versuch macht klug.
Verbesserungsnotiz für nächstes Jahr: Ballen schon im Herbst kaufen und präparieren (z.B. mit Hornspäne) und den Stickstoffbedarf im Frühjahr mit Brennnessseljauche decken.

 

Jetzt gehts looos: Das Bepflanzen!

Also rein theoretisch ist der Strohballen-Garten pflanzfertig.

Also rein theoretisch ist der Strohballen-Garten pflanzfertig.

Die Idee mit den Kuhdung-Pellets ist garantiert nicht die beste, aber es tut sich immerhin was. Die Ballen riechen nach nassem Heu und….Gülle. Was will man auch anderes erwarten? Ich habe nochmal im Buch nachgelesen und mich gegen eine Pflanzung von Erbsen entschieden. Die mögen keinen frisch gedüngten Boden und ich glaube, dass der Versuch im Ballen dann auch scheitern würde ?!

Meine Aussaten haben leider die letzten Tage eher schlecht überstanden und da möglichst gleichwertige Pflanzen zum Vergleichen haben möchte, war ich letzte Woche auf dem Markt und habe „neue“ Ware gekauft. Da die Pflänzchen noch abgehärtet und an die Sonne gewöhnt werden müssen, verliere ich wieder einige Tage. Das Wetter (Sonne pur) ist momentan einfach zu schön um die Pflänzchen sofort Auszupflanzen.

Fazit bisher:

Besser vorbereitet hätte ich nicht so ein ungutes Gefühl. Es sprießen im Ballen auch schon vereinzelt Grashalme, so dass ich vermute, dass wir falsche Ballen erwischt haben. Ich werde das beobachten und liebäugel noch damit ein Unkrautvlies über die Ballen zu decken. Ab nächste Woche werde ich noch eine Ladung Hornspäne auf die Ballen geben. Der Dünge- und Gießaufwand ist echt hoch und wenn das Wetter nicht mitspielt (zu kalt oder zu nass), dann glaube ich nicht, dass die Strohballengärtnerei funktioniert. Warten wir es mal ab 😉

Ein Strohhalm kommt selten allein....

Ein Strohhalm kommt selten allein….

Auf gehts: Lass wachsen

Auf gehts: Lass wachsen!